Kurz gesagt
Wo Sie eine Stellenanzeige schalten, entscheidet über die Qualität Ihrer Bewerbungen. Kostenlos geht das über die Bundesagentur für Arbeit, die eigene Karriereseite, Indeed-Basisanzeigen und Google for Jobs. Bezahlte Anzeigen kosten je nach Portal zwischen rund 100 und über 1.000 Euro. Am Ende zählt aber nicht der Anzeigenpreis, sondern was Sie eine passende Einstellung wirklich kostet.
Bevor Sie inserieren
Eine Stellenanzeige ist schnell veröffentlicht. Ob sich die richtigen Leute darauf melden, entscheidet sich allerdings vorher: bei der Frage, wen Sie eigentlich suchen und wo diese Person unterwegs ist. Eine Ingenieurin erreichen Sie an einem anderen Ort als eine Lagerkraft, und für beide taugt selten dasselbe Portal.
Bevor Sie also über Plattformen nachdenken, lohnt eine ehrliche Antwort auf zwei Fragen. Welche drei Dinge muss die Person wirklich können? Und was macht die Stelle für sie attraktiv? Wer das sauber beantwortet, schreibt eine bessere Anzeige und wählt am Ende auch den passenderen Kanal. Alles andere ist teures Ausprobieren.
Wo Sie eine Stellenanzeige schalten können
Grundsätzlich haben Sie fünf Wege, und die besten Ergebnisse bringt meist eine Kombination aus zweien oder dreien davon.
Der naheliegendste ist die eigene Karriereseite. Sie kostet nichts, gehört bei jeder Stelle an den Anfang und ist die Grundlage dafür, dass Ihre Anzeige später überhaupt bei Google auftaucht. Für Reichweite sorgen dann die großen Generalisten wie StepStone, Indeed oder die Stellenmärkte von Xing und LinkedIn. Sie erreichen viele Menschen, streuen bei Spezialstellen aber breit. Genau dort spielen Fachbörsen ihre Stärke aus: weniger Bewerbungen insgesamt, dafür passendere. Kostenfrei und oft unterschätzt ist die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, besonders im gewerblichen und kaufmännischen Bereich. Und schließlich Google for Jobs, das keine Börse zum Buchen ist, sondern Anzeigen direkt in der Google-Suche einblendet.
Welche Anbieter es in jeder dieser Gruppen gibt und wie Arbeitgeber sie bewerten, sehen Sie im Verzeichnis der Jobbörsen für Arbeitgeber. Dort lässt sich nach Ausrichtung, Region und Bewertung filtern.
Kostenlos eine Stellenanzeige schalten
Ja, es geht kostenlos, und für einen Teil der Stellen reicht das sogar aus. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist vollständig gratis und erreicht eine breite Zielgruppe, gerade abseits akademischer Profile. Indeed lässt Basisanzeigen kostenlos zu, spielt sie in der Suche allerdings schwächer aus als bezahlte. Ihre eigene Karriereseite kostet ohnehin nichts außer etwas Zeit. Und Google for Jobs zeigt Ihre Stelle kostenlos an, sobald sie technisch sauber ausgeliefert wird, worum sich die meisten Karriereseiten und Bewerbermanagement-Systeme automatisch kümmern.
Ehrlich bleiben sollte man trotzdem: Bei gewerblichen, kaufmännischen und regionalen Stellen mit breitem Bewerberkreis funktioniert der kostenlose Weg gut. Bei umkämpften Fach- und Führungskräften reicht er selten. Dort entscheidet Sichtbarkeit, und die gibt es nicht geschenkt. Sinnvoll ist dann eine Basis aus den kostenlosen Kanälen plus eine gezielt bezahlte Anzeige genau dort, wo Ihre Zielgruppe tatsächlich sucht.
Was eine Stellenanzeige kostet
Die Preise gehen weit auseinander, weil Portale, Laufzeiten und Abrechnungsmodelle sich stark unterscheiden. Manche verlangen einen Festpreis für eine feste Laufzeit, meist 30 Tage. Andere rechnen pro Klick ab (Cost-per-Click) oder erst pro eingegangener Bewerbung. Zur groben Einordnung:
| Kanal | Abrechnung | Ab etwa |
|---|---|---|
| Bundesagentur für Arbeit | kostenlos | 0 € |
| Eigene Karriereseite & Google for Jobs | kostenlos | 0 € |
| Indeed | Basis gratis, sonst pro Klick | ab ~5 € / Klick |
| Regional- und Fachbörsen | Festpreis | 100–800 € |
| Große Generalisten | Festpreis, 30 Tage | ab ~1.000 € |
Der Preis der Anzeige sagt für sich genommen wenig. Aussagekräftiger ist, was Sie am Ende eine passende Einstellung kostet. Ein kleines Beispiel: Eine Fachbörse für 400 Euro bringt zwölf Bewerbungen, davon zehn brauchbar. Ein Generalist für 1.200 Euro bringt fünfzig, davon acht. Die günstige Anzeige liefert hier die besseren Kandidaten zum niedrigeren Preis pro Treffer. Wer über mehrere Kanäle schaltet, sollte deshalb mitschreiben, woher die eingestellten Mitarbeiter kamen. Diese eine Zahl verbessert das Budget über die nächsten Monate mehr als jeder Rabatt.
Woran eine gute Anzeige erkennbar ist
Der am meisten unterschätzte Hebel ist die Anzeige selbst. Die beste Plattform rettet keinen schwachen Text, und ein guter Text funktioniert sogar auf einem mittelmäßigen Portal. Vier Dinge machen den Unterschied.
Erstens der Titel. „Buchhalter (m/w/d)" wird gesucht, „Finance Ninja" nicht. Der klare Jobtitel entscheidet auch darüber, ob Google for Jobs die Anzeige der richtigen Suche zuordnet. Zweitens die Aufgaben: Beschreiben Sie konkret, was die Person an einem normalen Arbeitstag tut. Das filtert zuverlässiger als jede Anforderungsliste. Drittens das Gehalt. Anzeigen mit Gehaltsangabe bekommen messbar mehr und passendere Bewerbungen, weil sich niemand durch einen aufwendigen Prozess arbeitet, um am Ende festzustellen, dass es nicht passt. Und viertens der Verzicht auf Floskeln. „Dynamisches Team" und „flache Hierarchien" stehen in fast jeder Anzeige und sagen nichts. Schreiben Sie stattdessen, was Ihre Stelle konkret besonders macht.
Wenn die Anzeige in den ersten drei Sätzen beantwortet, was man tut, wo, und was man dafür bekommt, ist das meiste richtig gemacht.
Bleibt eine gut geschriebene Anzeige auf dem passenden Kanal trotzdem ohne Resonanz, liegt es selten am Text. Dann ist die Rolle schlicht schwer zu besetzen, und aktive Ansprache über eine Recruiting-Agentur oder ein Blick auf die passende Bewerbermanagement-Software für sauberes Tracking ist der nächste sinnvolle Schritt.